Fotos - CC BY-SA 3.0 Maik Meid

Eine Gemeinsamkeit besteht bei allen gemeinnützigen und kirchlichen Organisationen: Sie publizieren und dies über verschiedene Kanäle. Auch wenn unterschiedliche Energie in die Qualität der Ergebnisse investiert wird, so stellt sich oft eine zentrale Frage: Woher bekommen wir ansprechendes und kostengünstiges Bildmaterial für Website, Gemeindebrief oder Flyer?

Dies ist gerade bei Kirchengemeinden eine Herausforderung, die nicht auf ein zentrales Bildarchiv eines Dachverbandes zugreifen können. Im Copy-and-Paste-Netz ist es ganz einfach, sich zu bedienen. Doch die Platzierung eines © Zeichens mit dem Verweis auf die Quelle neben einem Bild ist keine legale Lösung und kann den Verursacher schnell drei- bis fünfstellige Abmahngebühren kosten. Geld, das im ideellen Bereich der Organisation besser ausgegeben wäre. Die Chance, dabei erwischt zu werden, steigt stetig, da die Überprüfung durch Weiterentwicklung der Suchmaschinentechnik immer einfacher wird.

Kostenlose und gute Bilder im Internet

Das Netz ist voll mit einer unzählbar großen Menge an Bilddatenbanken. Hinzu kommt, dass nicht immer eindeutig zu erkennen ist, aus welcher Quelle die Bilder stammen und auf welchem Lizenzmodell sie basieren.

Orientierung an Creative Commons

Das Lizenzmodell „Creative Commons“ erlaubt es, unter Einsatz verschiedener Module das richtige Foto zu finden. Dies funktioniert so: Ein Urheber veröffentlicht sein Werk und gestattet die weitere Verwendung unter bestimmten Auflagen. Diese Auflagen sind die Namensnennung (Modul „BY“), das Verbot der Veränderung und Bearbeitung („ND-Non Derivate“), der Weitergabe unter gleichen Bedingungen („SA-Share Alike“) oder das Verbot der kommerziellen Nutzung („NC-Non Commercial“).

Achtung: Nonprofits und auch Kirche im Sinne der Creative Commons agieren kommerziell und dürfen NC-Varianten nicht nutzen! Wird ein Foto unter den CC-Bedingungen genutzt, so muss zusätzlich noch ein Link zur Lizenz erfolgen. Das ist aber auch schon alles.

Quellen für gute Bilder

Jede Bild-Plattform bietet unterschiedliche Qualitäten. Manche Bilder sind ausschließlich digital nutzbar und erst bei höheren Auflösungen sind Nutzungen im Printbereich möglich. Hier eine Auswahl:

Die mit Abstand größte Auswahl an freien Fotos bietet der Commons-Bereich von Wikimedia. Ca. 20 Mio Bilder befinden sich im Archiv.

flickr folgt mit knapp 300.000 und ermöglicht die gezielte Suche nach CC-Medien.

Aber gerade auch kleinere Anbieter wie Death to the Stock Photo oder Gratisography ermöglichen den Download hervorragender Bilder. Anbieter wie Unsplash oder Little Visuals verschicken regelmäßig aktuelle Bilder kostenlos per E-Mail.

Eine Auswahl von guten Fotoarchiven finden Sie hier.

Vorsicht bei Getty Images

Der Bilddienstleister Getty hat vor einiger Zeit sein Archiv geöffnet und ermöglicht die kostenlose Einbindung eines Teils seiner Bilder auf Websites. Allerdings sind die Nutzungsbedingungen recht unkonkret, ermöglichen Zugriffe auf Abrufstatistiken und können divers ausgelegt werden. Aus diesen und auch aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung ist hiervon aktuell eher abzuraten.

Zum Schluss.

Ein Fotograf kostet Geld. Die oben genannten Lösungen nicht. Die Investition lohnt sich aber dennoch. Denn die oben genannten Datenbanken haben einen relevanten Nachteil: Sie bieten Füll-, Themen- und Produktfotos, aber keine Portraits aus der Organisation. Und nur mit diesen erreichen Sie noch mehr Herzen Ihrer Spenderinnen und Spender. Aber für alles andere seien diese Archive sehr ans Herz gelegt.

 

Zum Autor:
Maik Meid ist Fundraising-Manager (FA) und unterstützt freiberuflich gemeinnützige Organisationen beim Fundraising, digitaler Kommunikation und strategischer Medienbeobachtung.
E-Mail: info@fundraisingnetz.de; Twitter: @frnetz

Dieser Text erschien ursprünglich in einer leicht veränderten Version im ngo-dialog:professionell Newsletter Juli/August 2014.

Bildquelle: CC BY-SA 2.0 Maik Meid

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