„Jeder Cent zählt“ - Spendendosen für Erweiterungsbau in Fulda

„Jeder Cent zählt!“ Das ist das passende Motto für die „Spendendosen-Kampagne“, die die Evangelische Kreuzkirche in Fulda-Neuenberg durchgeführt hat. Am Anfang stand der Kontakt zum Geschäftsführer einer mittelständischen Großbäckerei im Landkreis Fulda. Geschäftsführer und Pfarrer hatten sich über das Marathon-Laufen kennengelernt. Hier der „Fitnessbäcker“, dort der „Marathon-Pfarrer“. Zwei, die sich verstehen, die gut zusammen „spinnen“ können.

24 Dosen mit Kirchenlogo und der Aufforderung „Bauen Sie mit! Jeder Cent zählt“ wurden zum 1. Advent 2011 in den Filialen des Landkreises Fulda, insbesondere im Stadtgebiet Fulda aufgestellt. Natürlich wurden hier in der Regel Centbeträge eingeworfen, aber viele Cents bringen bekanntlich über einen längeren Zeitraum verteilt auch Euros. Jene Euros benötigt die Kreuzkirche in Fulda, um ihre Kirche zu erweitern. Durch Zuzug und besondere Gottesdienstangebote, hat die Gemeinde Platzprobleme. Nach einem Jahr endet die Kampagne: Rund 700 € kamen zusammen. Nicht viel könnte man meinen, wenn man nur auf diese Zahl schaut.

Hinzu kamen aber noch weitere Einnahmen durch das vereinzelte Aufstellen der Dosen in anderen gemeindenahen Geschäften. In einem Schuhgeschäft wurden allein 480 € eingeworfen, hier waren auch Scheine dabei. Deutlich ist dies: Je näher das Geschäft inhaltlich und geographisch mit der Kirche verbunden ist, desto mehr Geld klimperte in der Dose.

Vielleicht sogar noch von größerer Bedeutung ist die öffentliche Wahrnehmung im überwiegend katholischen Fulda. Hier ist der Beginn durch eine Pressekonferenz zu nennen, aber noch viel mehr, die tägliche Wahrnehmung der Dose für das Kirchenerweiterungsvorhaben von vielen, vielen Brot- und Brötchenkäufern. „Die Dose war Stadtthema. Selbst der Oberbürgermeister sprach mich auf die Dosen an und hier und da wurde ich gefragt, ob ich wohl wieder eine Dose dabei hätte“, erklärt Bürger den öffentlichen Hype.

Entsprechend musste auch der Dank öffentlich u.a. über die örtlichen Zeitungen verbreitet werden, was recht gut gelang.

 

Hier noch einige Eckpunkte zum Projekt:

  • Ausgaben: 70 Dosen (á 4,55€); Druck/Layout auf Dosen: ca. 200€
  • Vereinzelt dienten DIN A5-Aufsteller mit Umbaubeschreibung als Eyecatcher
  • Vierteljährliche Leerung der Dosen: 1-2 Ehrenamtliche. Versiegelte Dosen wurden zur Leerung im Geschäft ausgetauscht und im Pfarramt mit Hilfe eines der Gemeinde gehörenden „Kleingeld-Zählautomaten“ gezählt.
  • Auswertung nach Geschäften und Leerterminen in einer Excel-Tabelle.
  • In 2012 versucht die Gemeinde weitere gemeindenahe Geschäfte mit Dosen auszustatten.

 

Dass der Pfarrer mitten in der Fastnacht in Fulda die Dose dann auch für eine Wette nutzte, und durch den Einsatz der Spendendose die mit 1.000 € wohl teuerste Büttenrede Fuldas hielt - natürlich selbst als Spendendose verkleidet -, zeigt wie die „Dose“ an Eigendynamik gewann. Und sie ist weiter im Einsatz und sammelt Cent für Cent ...

Kontakt:

Pfarrer Stefan Bürger
kreuzkirchengemeinde Fulda
Stefan.Buerger@ekkw.de

Links:

Pfarrer Bürger in der Bütt
Pressekonferenz
Epd
Abschluss der Kampagne 

Fotos:

  •  Albrecht Weisker - Pressekonferenz; v.links: Geschäftsführer Manfred Klüber,Pfarrer Stefan Bürger und Dekan des Kirchenkreises Fulda Bengt Seeberg mit Modell und Spendendosen
  • Malte Bürger - Danke vor Altar der Kirche
  • Peter Müller - Pfarrer Bürger bei der Büttenrede in Fulda-Haimbach
     

 

 

KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats berichtet Götz Gebureck über Anlassspenden.

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