Wer heute nicht online ist, den gibt es nicht, heißt es oft. Und so falsch ist das ja nicht. Wer sich über das Veranstaltungsprogramm einer Stadt informieren möchte,  geht ins Internet. Und kaum ein ICE-Fahrgast, hat sein Ticket am Schalter gekauft.

Ohne eigene Website kommen auch Kirchengemeinden nicht aus. Was aber ist darüber hinaus möglich und was ist sinnvoll? Die entscheidende Frage ist, wen wollen Sie erreichen und ist Ihre Internet-Kommunikation auf dieses Ziel ausgerichtet?

Online-Spenden
Noch machen Online-Spenden gemessen am gesamten Spendenaufkommen nur einen sehr geringen Teil aus. Das wird sich aber ändern. Wenn Ihre Gemeinde zum Online-Spenden aufrufen möchte, können Sie die Technik und das Wissen eines Anbieters nutzen, um Spenden über Ihre Website zu realisieren. Eine Spendenabwicklung mit sicherer Verschlüsselung kann z.B. über Banken (z.B. Bank für Sozialwirtschaft, Evangelische Bank etc.) auf Ihrer Website eingerichtet werden. Die Einbindung in die eigene Website ist in der Regel sehr einfach. Auch spezielle Online-Anbieter wie z.B. betterplace.org, Altruja.de, Spendino.de  u.a. können hier helfen. Die Konditionen und Angebote sind unterschiedlich. In der Regel sind die Kosten gering. Die Zahlungen laufen hier nicht über Ihre Gemeinde, sondern über die Bank oder den Anbieter. 

Online-Spendenportale
Online Spendenportale werden ebenfalls von diversen Online-Agenturen angeboten (z.B. helpedia.de, spendet.org, Spendenfreun.de u.a.). Spenden werden dabei über einen externen Service generiert. Die Portale sind inzwischen funktions- und datensicher. Die Anbieter haben größtenteils auch andere Online-Tools im Angebot, z.B. für die Nutzung sozialer Netzwerke wie facebook. Die reine Platzierung auf einem Spendenportal wird Ihnen aber noch keine Spenden bringen. Dafür braucht es eine Werbung über möglichst viele Online-Kanäle.

Abb.: Spendenseite der Dresdner Frauenkirche

Über solche Spendenportale werden meist  verschiedene Zahlungsmöglichkeiten (z.B. Lastschrifteinzug, Kreditkarte, PayPal) angeboten, unter denen Spender wählen können. Da die Menschen untgerschiedliche Vorlieben haben, sollten immer auch diverse Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden.

Die Geschäftsmodelle der Anbieter sind unterschiedlich. Sie müssen damit rechnen, dass Provisionsanteile von der Spendensumme beim Anbieter verbleiben und dass bei Zahlung über Kreditkarte Gebühren fällig werden.

Online Aktions- oder Aktivisten-Fundraising
Gemeint ist die Werbung von Engagierten für Ihre Projekte über Spendenportale. Dabei geht es um Internetplattformen, die gemeinnützigen Organisationen die Möglichkeit geben, durch selbst initiierte Aktionen Spenden zu sammeln. Die Angebote der Anbieter sind auch hier sehr unterschiedlich. Sie finanzieren sich über Provisionen, die aber in der Regel transparent und auch überschaubar sind.

Es sind meist jüngere Leute, die Spaß daran haben, auf diese Weise für einen guten Zweck Spenden zu sammeln. Meist sind es viele kleinere Spendenbeiträge für Aktionen wie z.B. den klassischen Spendenmarathon. Das Projekt und die Aktions-Idee muss also zu dieser eher jungen Zielgruppe passen. Die Kirchensanierung ist vielleicht nicht das, was die jungen Leute inspiriert.

Für die Internetplattform wird eine kleine Projektbeschreibung erstellt. Die Aktionen laufen über einen fest definierten Zeitraum (meist  90 Tage) und ein finanzielles Ziel ist klar abgegrenzt. In dieser Zeit bemühen sich die Initiatoren aktiv (daher der Aktivisten-Fundraising), um Spenden für das Projekt. Dabei nutzen sie alle ihre Netzwerke von Familie über Freunde und Bekannte bis hin zu beruflichen Kontakten. Auch wenn keine großen Summen gewonnen werden, so werden doch viele Menschen auf Ihr Projekt aufmerksam. Der Erfolg hängt maßgeblich vom Einsatz der Akteure ab, denn es muss gelingen, das Projekt über 90 Tage attraktiv und dynamisch zu halten. Sie sollten das natürlich selbst auch aktiv unterstützen  indem Sie online regelmäßig über Erfolge informieren und auf die Plattform verlinken.

Vorteile einer solchen Aktion sind: überschaubare Kosten, das aktive Engagement  von Akteuren und dass neue Zielgruppen erreicht werden. Diese neuen „Spender“ für die Zukunft zu binden, ist dann eine Herausforderung für Sie. Je engagierter der Einsatz der Akteure und je umfangreicher ihre Netzwerke,  desto größer wird der Erfolg sein. 

Aufwand
Wenn Online-Fundraising-Instrumente funktionieren sollen, braucht es eine umfassende Internetpräsenz. Dazu gehören auch die sozialen Netzwerke wie facebook oder twitter. Eine eigene facebook-Seite ist schnell eingerichtet. Sie sollten dann aber mindestens einmal pro Tag prüfen, was sich auf Ihrer Seite tut, neues berichten, Einträge kommentieren etc. Wenn Sie nicht täglich etwas kommunizieren, wird sie schnell uninteressant. Online-Fundraising kostet nicht unbedingt viel Geld, aber auf jeden Fall viel Zeit.

Digitale Kommunikation war das Schwerpunktthema einer  EKD-Synode. Der Ratsvorsitzende ist schon lange auf facebook präsent. Nach seiner Wahl hatte er angekündigt,

dass er in seinem Amt seltener dazu kommt, Nachrichten zu posten. Aber er wird es weiter tun und er wird es persönlich tun. Was wir auf facebbook von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm lesen, das hat er geschrieben. Er bleibt mit den Menschen auch auf facebook in Kontakt und das sollte uns ein Vorbild sein.

 

NEWSLETTER
Für den Newsletter anmelden
E-Mail Adresse:
 
KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats räumt Dirk Buchmann, Fundraising-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, auf mit dem Gedanken, dass Fundraising etwas mit Betteln zu tun haben könnte.

> LESEN
 
FACHLITERATUR
Damit die Kirche im Dorf bleibt: Fundraising

Praxisbeispiele für kirchliches Fundraising von Helmut Liebs

14,80 EUR

  > MEHR  
 
Fundraising in Kirchengemeinden
Ein Leitfaden für Qualitätsentwicklung. Hardcover-Ordner zu beziehen über alken@fundraisingakademie.de
25,00 EUR
 
Literaturverzeichnis

 

PARTNER IN IHRER NÄHE