Die demografische Entwicklung, sinkende Mitgliederzahlen und deutliche Einbußen bei den Kirchensteuereinnahmen zwingen Kirchengemeinden, alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu entdecken. Wie kann das gelingen?

Fundraising heißt das Zauberwort. Viele Gemeinden sammeln hier seit Jahren Erfahrungen. Der anfangs sp sperrige Ausdruck Fundraising ist inzwischen weitgehend etabliert. Für Neueinsteiger sei aber noch mal erläutert, worum es geht. Fundraising heißt „Spenden sammeln“ oder Mittelbeschaffung, so steht es zumindest im Duden. Beides trifft es nicht so ganz. Kurz gesagt: Fundraising ist das strategische und systematische Einwerben von Ressourcen für gemeinwohlorientierte Zwecke. Es geht darum, Mitstreiter für ein gemeinsames Anliegen zu gewinnen. Und das beschränkt sich bei weitem nicht auf Geld. Die Bibel spricht von „Talenten“. Wer für die gute Sache begeistert ist, unterstützt sie nach seinen Möglichkeiten:  mit seiner Zeit und seinen Kontakten, mit seinem Wissen, mit Sachspenden oder auch mit Geld. Im Vordergrund stehen die kontinuierliche Mitglieder-Kommunikation und möglichst dauerhafte Beziehungen. Darum hat gelingendes Fundraising viel mit Gemeindeaufbau zu tun.

Was ist das Besondere am Kirchlichen Fundraising? Es ist eng verknüpft mit dem kirchlichen Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums und braucht die Auseinandersetzung mit theologischen Fragen des Gebens und Stiftens. Im Vergleich zu den bekannten und professionell agierenden Organisationen verfügen die regional tätigen Kirchengemeinden nur über geringe finanzielle und personelle Ressourcen und mangelndes Know-How.

Kirchliches Fundraising ist eine Herausforderung mit sehr guten Chancen. Von Vorteil ist, das kirchliches Fundraising nahe bei den Menschen geschieht, die unsere christlichen Werte mit uns teilen. Kirchengemeinden leisten eine gute und wichtige Arbeit, daran haben viele Menschen teil. Auf diesem Hintergrund können sie selbstbewußt deutlich machen, dass für die Aufrechterhaltung dieser Arbeit neben den Kirchensteuereinnahmen zunehmend Unterstützung erforderlich ist. Zudem bieten zusätzlich eingeworbene Mittel Gestaltungsräume. Allerdings braucht auch kirchliches Fundraising Professionalität und Qualität um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Fundraising kann man lernen. Einige der EKD-Gliedkirchen bieten z.B. eigene Fortbildungen gerade auch für Ehrenamtliche an. Die Fundraising-Beauftragten stehen für Beratung zur Verfügung. In vielen Gliedkichen finden jährliche Fundraising-Foren statt. Professionelles Fundraising lässt sich zudem in den verschiedenen Ausbildungs- und Studienkursen der Fundraising Akademie lernen.  Auch die Servicestelle Fundraising und Stiftungswesen (www.alken@fundraisingakademie.de) hilft gern weiter. Die Website www.fundraising-evangelisch.de ist in enger Zusammenarbeit mit den Fundraising-Beauftragten der Landeskírchen entwickelt worden. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen spiegeln sich auf den Seiten des Portals. Eine Übersichtskarte der EKD-Gliedkirchen und eine Liste der Ansprechpartner erleichert die Kontaktaufnahme.

Die nachfolgenden Texte richten sich an haupt- und ehrenamtlich im Fundraising Tätige in Kirchengemeinden, kirchlichen Stiftungen und Vereinen und sind auf deren Möglichkeiten zugeschnitten. Es geht um Grundlegendes wie Strategie und Planung, um Förderquellen, Zielgruppen, Aktionen und Kampagnen und besonders für kirchliches Fundraising geeignete Maßnahmen. Die genannten Ideen und Beispiele kommen aus verschiedenen EKD-Gliedkirchen.

 

KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats berichtet Götz Gebureck über Anlassspenden.

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FACHLITERATUR
Damit die Kirche im Dorf bleibt: Fundraising

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Literaturverzeichnis

 

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