Ihr Spendenprojekt ist gelungen. Sie haben Menschen für Ihr Anliegen begeistern können. Nun wollen Sie diese wertvollen Unterstützer nicht wieder verlieren. Was ist zu tun?

Spenderbindung – ein Band der Sympathie

Wer Ihre Gemeinde mit Zeit, Geld, seinen Talenten oder Erfahrungen unterstützt, hat Erwartungen und Ansprüche. Um die Beziehung zu diesen Menschen aufrecht zu erhalten und zu festigen, müssen Sie ihre Ansprüche erfüllen und ihren Erwartungen gerecht werden. Spenderbindung ist das Ziel.

Spender-Erwartungen und Ansprüche
Wer Ihrer Spendenbitte folgt, tut das freiwillig, weil er ein wichtiges Anliegen mit Ihnen teilt. Er geht davon aus, dass Sie dieses Anliegen erfolgreich umsetzen werden. Das heißt er erwartet eine gute Qualität Ihrer Arbeit und Glaubwürdigkeit Ihres Denkens und Handelns. Dafür engagiert er sich nach seinen Möglichkeiten und wird damit zu Ihrem Partner und Freund. Er möchte teilhaben an Ihrer Arbeit, in ehrlicher Partnerschaft informiert werden über Teilerfolge und Erfolge, auch über Misserfolge. Ja, auch das kann es geben. Seien Sie auch dann authentisch und berichten Sie auch über Rückschläge oder Stillstand.

Es geht darum, eine möglichst hohe Zufriedenheit bei Ihren Unterstützern zu erzielen. Dazu hilft oft ein Perspektivwechsel: Was macht Sie selbst zufrieden in Ihrer Gemeinde und woran stören Sie sich vielleicht? Diese Zufriedenheit hat sicher mit der Ausrichtung und der Qualität der kir-chengemeindlichen Arbeit zu tun, aber auch damit, wie Sie als Unterstützer wahrgenommen und behandelt werden. Was macht es mit Ihnen, wenn ausdrücklich geäußerte Bitten ignoriert werden, ohne ein Wort der Erklärung? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nach einer Spende nichts mehr hören vom Empfänger? Was ist, wenn Sie erfahren, dass die von Ihnen für einen bestimmten Zweck getätigte Spende anderweitig verwendet wurde? Möchten Sie nicht auch bei kritischen Fragen ernst genommen werden? Es lohnt sich, über diese Fragen nachzudenken, denn: Wer zufrieden ist, bleibt Ihnen verbunden!

Zufriedenheitsmanagement
Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit als Kirchengemeinde und Ihres Fundraisings stehen Menschen. Einige konnten Sie von Ihrem Anliegen überzeugen und als Unterstützer gewinnen. Dafür zeitnah zu danken, ist selbstverständlich. Je länger der Dank auf sich warten lässt, desto größer ist die Gefahr, dass der Spender seine Entscheidung bedauert. Vielleicht erlebt er von einer anderen Organisation mehr Wertschätzung. Sie müssen davon ausgehen, dass Ihre Spenderinnen und Spender an mehrere Organisationen spenden. Entwickeln Sie darum eine angemessene Dank-kultur. Ähnlich ist es mit dem Ausstellen einer Zuwendungsbestätigung. Sie „müssen“ erst bei Spenden ab 200 Euro eine solche Bescheinigung ausstellen. Aber versetzen Sie sich mal  in die Lage Ihrer Spender: Möchten Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung alle im Laufe des Jahres getätigten Spenden auf Ihren Kontoauszügen heraussuchen, um sie steuerlich geltend machen zu können? Es reicht nicht, wenn im P.S. des Spendenbriefes steht „auf Wunsch erhalten Sie eine Zuwendungsbestätigung“. Der Spender oder die Spenderin müsste anrufen, vorbei kommen oder Ihnen schreiben, wenn er oder sie eine Zuwendungsbestätigung haben möchte? Das alles macht viel Mühe und Sie wollen es Ihren Spendern doch leicht machen.

Die Zufriedenheit Ihrer Unterstützer liegt Ihnen am Herzen. Zeigen Sie das durch eine offene und transparente Kommunikation, auch und gerade, wenn mal etwas schief geht. Fehler passieren und sorgen oft für Unverständnis und Ärger. Jemandem, der seinem Ärger Luft macht, sollten Sie dankbar sein. Erstens weil Sie so von einem Fehler erfahren und ihn künftig vermeiden können. Und zweitens, weil ein Kritiker Ihnen seine Zeit schenkt. Er gibt Ihnen vielleicht wichtige Hinweise, was Sie künftig besser machen können. Und das wollen Sie doch: Zufriedene Spender und Kirchenmitglieder, die Ihnen treu bleiben.

Wenn wir davon ausgehen, dass Fundraising den  Menschen in den Mittelpunkt des Interesses stellt – und nicht sein Geld –, wird die Bedeutung gut gepflegter Mitglieder- und Spenderbeziehungen schnell klar. Widmen Sie also der Beziehung zu Mitgliedern und Spendern und ihrer Bindung an die Kirchengemeinde Ihre ganze Aufmerksamkeit! Für eine langfristige Spenderbeziehung ist es hilfreich, sich in die Rolle des Spendenden zu versetzen. Was würden Sie sich von der Organisation wünschen, der Sie Zeit, Geld, Talente und Erfahrungen aus freien Stücken geben? Womit kann die Organisation bei Ihnen punkten?

Mitgliederorientierung
Kirchliche Spender sind zu 95 % Kirchenmitglieder. Die aber werden in Ihrer Gemeinde immer weniger, auch ohne dass Sie etwas falsch machen. Menschen ziehen um, versterben, lassen sich umpfarren. Entscheidender Grund – an dem Sie nichts ändern können - ist aber die demografi-sche Entwicklung. Die Zahl der Kirchenmitglieder wird abnehmen und damit auch die Kirchen-steuereinnahmen. Umso wichtiger ist es, dass sich Kirchengemeinden um die Zufriedenheit ihrer Mitglieder kümmern. Zufriedenheit mit der gemeindlichen Arbeit, Beziehungspflege, Dank an Spenderinnen und Spender, das Wahrnehmen von Wünschen und Anregungen, das alles sind Bausteine, die der Mitgliederbindung dienen und die durch eigenes Handeln positiv zu beeinflussen sind.

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KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats räumt Dirk Buchmann, Fundraising-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, auf mit dem Gedanken, dass Fundraising etwas mit Betteln zu tun haben könnte.

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