Beim Sponsoring treffen unterschiedliche Interessen aufeinander.

Häufig wird es durcheinander geworfen: Spenden und Sponsoring. Das sind aber zwei sehr unterschiedliche Dinge. Sponsoring beinhaltet immer eine Gegenleistung dessen, der die Zuwendung erhält. Es lohnt besonders bei Projekten mit größerem Finanzbedarf, die ohnehin ein breit aufgestelltes Fundraising erfordern. Gerade bei größeren Projekten wie z.B. Kirchensanierung oder Orgelbau bietet sich Sponsoring an. Plakatwerbung am Baugerüst des Kirchturmes ist für Sponsoren sicher interessant. Aber auch für Konzert-Veranstaltungen können Sponsoren gewonnen werden.

Auswahlkriterien für geeignete Sponsoren
Für eine Kirchengemeinde kommen in erster Linie regional tätige Unternehmen als Partner in Frage. Es ist von Vorteil, wenn sie bereits gute Kontakte zu solchen Firmen haben. Ein Anknüpfungspunkt kann auch die Beschäftigung vieler Gemeindemitglieder im Unternehmen sein. Fast immer sind örtliche Banken und Sparkassen ansprechbar.

Wichtig für die Sponsorensuche ist eine gründliche Recherche, die folgende Fragen beantworten sollte: Welche Unternehmen gibt  es in Ihrem Umfeld? Wie schätzen Sie die Unterstützungspotentiale ein? Gibt es Schnittpunkte zwischen den Zielgruppen des Unternehmens und Ihren Gemeindemitgliedern? Arbeiten dort viele Gemeindemitglieder? Gibt es Bezüge zur Kirchengemeinde? Wer kennt wen in diesen Firmen? Entscheidend ist, dass die Unternehmensphilosophie nicht in Widerspruch steht zu ihrem kirchlichem Auftrag.

Leistung und Gegenleistung
Ein Unternehmen kann Ihnen auch Spenden zukommen lassen. Um zu entscheiden, welches die bessere Lösung ist, müssen Sie die wichtigen Unterscheidungskriterien kennen. Bereits im Vorfeld sollten Sie für Ihre Gemeinde die Steuerfragen klären . Die Frage der Steuerpflicht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen kommt es auf die buchhalterische Zuordnung der Einnahmen an, zum anderen auf die Höhe der Einnahmen und schließlich auf die Art der Gegenleistung. Zu Fragen von Körperschafts- und Umsatzsteuerpflicht können Ihnen  Ihr Kirchenkreisamt oder Landeskirchenamt nähere Auskünfte geben(s Kapitel 2.4 Spenden oder Sponsoring).

In der Regel erhalten Sie vom Sponsor einen Geldbetrag. Für ihn stehen die Kommunikations- und Marketingziele des Unternehmens im Vordergrund. Wie können Sie diesen Interessen entgegenkommen? Ihre Angebote können z.B. umfassen: Abdruck von Logo und ggf. Werbeslogan auf Flyern, Broschüren, Einladungen, Plakaten, Programmen, und im Gemeindebrief. Besondere Erwähnung und Dank bei Begrüßungsansprachen und die Möglichkeit einer Begrüßung durch den Sponsor. Wenn Sie eine gut gestaltete Website haben, kann eine Verlinkung zur Partner-Website ebenfalls interessant sein für Ihren Partner. Was immer Sie vereinbaren: Alle vereinbarten Leistungen und Gegenleistungen werden in der Vereinbarung aufgelistet.

Ansprache von Sponsoren
Ihr Partner erwartet klare und umfassende Informationen. Sie sollten eine Sponsorenmappe  mit Projektbeschreibung, Finanzierungsplan und konkreten Sponsoren-Angeboten vorbereiten. Wenn Sie verschiedene Sponsoren haben oder z.B. auch Stiftungsmittel beantragt haben, sollte das im Finanzierungsplan deutlich werden. Ein transparenter Finanzierungsplan spricht für Ihre Kompetenz.

In der Regel entscheidet die Geschäftsleitung über Sponsoring-Anfragen. Hier sitzt Ihr Ansprechpartner. Ihm schicken Sie die oben erwähnten Unterlagen mit einem persönlichen Anschreiben. Im Finanzierungsplan und im Anschreiben haben Sie die erwünschte Sponsoring-Leistung beziffert. Im Anschreiben bitten Sie darum, das Projekt und Ihr Anliegen in einem persönlichen Gespräch vorstellen zu dürfen. Kündigen Sie in der folgenden Woche Ihren Anruf an, um einen Termin zu vereinbaren. Das folgende Gespräch dient der persönlichen Vorstellung des Projektes und bietet dem Gesprächspartner Gelegenheit zu Rückfragen. Am Ende steht Ihre konkrete Bitte um Unterstützung. Kommt es zu einer Sponsoring-Vereinbarung, sollten Leistung und Gegenleistung schriftlich festgehalten werden (s.o.). Sollte die Antwort ein „Nein“ sein, fragen Sie ruhig nach den Gründen. Daraus können Sie lernen für’s nächste Mal.

 

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