Im Jahr 2007 feierte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) den 800sten Geburtstag der Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Elisabeth folgte franziskanischen Idealen, war für ihre Mildtätigkeit und Barmherzigkeit bekannt, kümmerte sich um Arme und Bedürftige und gründete u. a. mehrere Hospitäler.

Die EKM wollte ihrer in diesem Jubiläumsjahr nicht nur gedenken, sondern auch in ihrem Sinne handeln. Deswegen sollte in der afrikanischen Partnerkirche in Tansania der Bau einer Geburtsstation finanziert werden, um eine dort seit längerem betriebene Gesundheitsstation zu einem anerkannten Hospital auszubauen.

Die Kosten wurden anfänglich auf rund 40.000 Euro geschätzt. Auf Grund der damals noch bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika und der dortigen Bautätigkeiten, durch welche die Nachfrage nach Baumaterial im Süden Afrikas erheblich zunahm, stiegen die Kosten dann allerdings auf mehr als 70.000 Euro an.

Neben herkömmlichen Spendenaktivitäten, mit denen zahlreiche Einzelspender gewonnen werden konnten, wurde dabei vor allem auf eine Unternehmenskooperation mit dem Lebensmittelhändler tegut und dessen
Bio-Bäckerei herzberger gesetzt.

Die Entscheidung der EKM für eine Kooperation mit gerade diesem Unternehmen geschah bewusst: tegut setzt in seinem Sortiment einen wichtigen Schwerpunkt auf regionale, ökologische und faire Produkte; tegut landete bei einer Umfrage zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden mit dem eigenen Unternehmen unter den Lebensmittelhandelsunternehmen auf Platz 1; Wolfgang Gutberlet, der damalige Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens, ist bekennender Christ und macht auch immer wieder deutlich, dass ein Unternehmen nicht dazu da ist, Gewinn zu machen, sondern Not zu wenden und sich für die Gesellschaft zu engagieren – diese Aspekte machten tegut zu einem geborenen Partner für die Kirche und dieses Projekt.

Gemeinsam wurde in Anlehnung an die Brot-und-Rosen-Legende ein Elisabeth-Brot kreiert, welches in den herzberger Backshops in den tegut-Märkten verkauft wurde. Von jedem verkauften Brot erhielt die EKM 50 Cent für die Geburtsstation im tansanischen Orkesumet.

Die Brot-Aktion wurde über die Kirchenzeitung, die tegut-Kundenzeitung und über eine Pressekonferenz mit Wolfgang Gutberlet, dem Geschäftführer der herzberger-Bäckerei Dr. Eckart Schlinzig und dem damaligen Thüringer Landesbischof Dr. Christoph Kähler bekannt gemacht. Bei dieser Pressekonferenz wurde auch das Elisabeth-Brot erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus war das Brot mit Probierangeboten bei zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des Elisabethjahres, bei denen gleichzeitig um Spenden für die Geburtsstation geworben wurde, präsent.

Ende 2007 konnte Wolfgang Gutberlet dem Thüringer Landesbischof Dr. Christoph Kähler schließlich auf Grund von im Aktionszeitraum 80.000 verkauften Elisabeth-Broten einen Scheck über 40.000 Euro überreichen. Damit war die Grundfinanzierung für die Geburtsstation gesichert. Dank der zusätzlich eingegangenen Spenden konnte auch die mittlerweile eingetretene Kostensteigerung abgefangen und die Geburtsstation gebaut werden.

Text: Walter Jungbauer

E-Mail: Walter.Jungbauer@ekmd.de
Telefon: 0 36 91 / 6 78-4 85

Foto: Gerhard Seifert, EKM

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