„Jakob steht auf. 2011“ lautet der Slogan zur Sanierung der Stadtkirche St. Jakob in Rothenburg. Genauer: im romantischen Rothenburg ob der Tauber, das im Ranking von deutschen Städten, in die Touristen strömen, seit Jahrzehnten einen der vorderen Plätze belegt.

Doch „Jakob“ ist eine gotische Kirche. Stätte des Glaubens, des Friedens, der Orientierung. Wahrzeichen der Stadt. Seine Wiederherstellung: ein Millionen-Projekt. Und – dieses Kapitel musste gelernt werden – eben keine Aufgabe für Touristen oder die namhaftesten Sponsoren aus aller Welt. Sondern eine Herausforderung für Denkmalpfleger, kirchliche und öffentliche Geldgeber, die Stadt. Und weit mehr: Rothenburgs „Jakob“ aufstehen zu lassen, bevor massive statische Probleme ihn stürzen, ist auch ein Auftrag.

Ein Auftrag an die Kirchengemeinde, in einer lediglich 12.000 Einwohner zählenden Stadt den hohen Eigenmittelanteil (ca. 940.000 Euro) aufzubringen. An ein übergemeindliches Projektteam, das seine Arbeit bereits drei Monate vor dem Sanierungsbeginn (21. April 2005) aufnimmt, Slogan und Claim der Aktion entwickelt, Strategien für Öffentlichkeitsarbeit, Besichtigungsgebühren und neue Spendenaktionen entwirft, Kontakte erschließt. Das Menschen für bürgerschaftliches Engagement gewinnt und Menschen begeistert: Jakob steht auf. 2011 – Wir sichern den Schatz für die Zukunft!

Was von „Jakob“ als Initiative, als Aufbruch in der Gemeinde, als Aufbau von Gemeinschaft bleibt, wird Mitte März 2011, rund vier Monate vor dem offiziellen Abschluss der Sanierungsmaßnahme, öffentlich diskutiert. Die 2005 erstmals eingerichtete, die gesamte Adventszeit hindurch mitten auf dem Reiterlesmarkt von bis zu 120 Ehrenamtlichen betreute „Jakobs-Bude“, gehört dazu. Auch die jährliche „Geburtstagsfeier“ zum Namenstag des Hl. Jakobus im Sommer. Ganz sicher der Bauverein St. Jakob (gegr. 2008). Vielleicht der Rothenburger Jakobs-Lauf. Oder die Aktionen zum Tag des offenen Denkmals.Bleiben werden auch Menschen. Jene, die sich schon immer stark für ihre Kirche engagiert haben. Eventuell auch jene, die in den Jahren 2005 bis 2011 die Chancen bürgerschaftlichen Engagements und die evangelische St.-Jakobs-Kirche neu für sich entdeckt haben. Darüber hinaus weitere Kontakte, Namen von Spenderinnen und Spendern, Fürsprecher.

 

Text: Christa Rey www.oeffentlich-arbeiten.de
Fotos: Jürgen Grimme, Christa Rey
Kontakt zum Projektteam „Jakob steht auf. 2011“: crey@chor-netz.de; info@oeffentlich-arbeiten.de; 2011@jakob-steht-auf.de

 

Ausnahme (Foto Rey)
Voraussichtlich erst wieder in 100 Jahren möglich: Hunderte Gäste aus Rothenburg und einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern nutzen die einmalige Aufstiegsmöglichkeit auf dem Baugerüst bis zur Spitze des Nordturms nach der Instandsetzung (2005/2006).

Jakobslauf (Foto Grimme)
Mehr als 180 Läuferinnen und Läufer starten gleich beim 1. Rothenburger Jakobs-Lauf (2009) durch.

KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats berichtet Götz Gebureck über Anlassspenden.

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