Andere um Hilfe, insbesondere um Geld zu bitten, fällt uns nicht immer leicht. Die Gründe dafür liegen wahrscheinlich in der Angst vor Ablehnung und Zurückweisung oder in der Angst davor, offenlegen zu müssen, etwas allein nicht hinzubekommen. Die Sorge, von den Menschen, die wir bitten, abhängig zu werden, mag bei dem Bittenden ebenfalls unangenehme Empfindungen auslösen. Die ambivalenten Gefühle, die das Thema „Geld“ in uns auslösen, verstärken diese Problematik.

Die Gefahren, die wir hinter einer Bitte - unabhängig davon, ob sie Geld, Ideen oder Zeit beinhaltet, sind – wenn auch nachvollziehbar und verständlich -, um so geringer, je besser es uns gelingt, eine Bitte als die partnerschaftliche Einladung zum Mitmachen zu verstehen und sie auch so an den Mann/die Frau zu bringen. Wenn der Angesprochene sich in dem Augenblick der geäußerten Bitte in der Lage sieht zu helfen und er darauf vertrauen darf, dass seine großzügige Unterstützung nicht ausgenutzt wird, so wird er gern helfen.

Im Grunde ist es in unseren kirchlichen Gemeinschaften nicht anders als in einer weitläufigen Familie: im Rahmen einer bestehenden Beziehung, in einer Atmosphäre des Vertrauens, des gegenseitigen Respekts, der Wertschätzung und der Anerkennung dessen was füreinander getan wird, wird die gegenseitige Unterstützung, Bitte und Danke, nichts Außergewöhnliches sein.

Das Bewusstsein, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, hilft zu verstehen, dass ein „Nein“ nicht persönlich gemeint ist, sondern „jetzt nicht“ bedeuten und damit die Möglichkeit eines neuen Gespräches zu einem späteren Zeitpunkt eröffnen kann. Wenn Sie also jemanden bitten, sei es im Rahmen einer Kollekte, sei es durch ein persönliches Anschreiben oder Gespräch für ein konkretes Projekt zu spenden, überfahren Sie den Angesprochenen nicht im falschen Moment, bieten Sie ihm genug Informationen, damit er genau weiß, warum seine Hilfe benötigt wird und machen Sie ihn zu einem partnerschaftlichen Mitglied einer starken Gemeinschaft, die sich für eine gute Sache engagiert. Er wird es Ihnen danken!

Text:
Anne-Catrien Pues
hauptamtliche Fundraisern in den Dekanaten Kronberg und Hochtaunus
anne-catrien.pues@ervo.de
fundraising@ekhn-kv.de

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In der Kolumne des Monats räumt Dirk Buchmann, Fundraising-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, auf mit dem Gedanken, dass Fundraising etwas mit Betteln zu tun haben könnte.

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