Deutschland erlebt seit Jahren einen Stiftungsboom. Wurden vor zwanzig Jahren noch rund 200 Stiftungen pro Jahr gegründet, so konnte 2007 erstmals die Marke von eintausend geknackt werden.

Bis heute existiert keine gesetzliche Definition für die Stiftung. Sie lässt sich jedoch so beschreiben: Ausgangspunkte sind ein bestimmtes Vermögen – zum Beispiel Geld, Immobilien, Wertpapiere – und der erklärte Wille einer oder mehrerer natürlicher Personen oder einer juristischen Person, diesem Vermögen auf Dauer eine eigene Rechtsform zu geben und es damit zu „verselbstständigen“.

„Stiften gehen“ kann von vermögenden Menschen als attraktive Alternative und auch als Ergänzung zum Spenden empfunden werden. Wer spendet, will in der Regel schnell helfen und weiß, dass seine Spende zeitnah aufgebraucht wird. Wer stiftet, bindet seine Zuwendung dauerhaft an den Stiftungszweck und möchte, dass sein Geld sehr langfristig wirkt. Bitte beachten Sie hierzu den Menüpunkt Zustiftungen und Spenden.

Kapital, das lange und nachhaltig wirken soll, muss wohlüberlegt angelegt werden, denn es sind die Erträge aus dem Kapital, die segensreich wirken. Dabei muss der Kapitalerhalt im Vordergrund stehen und nicht ein möglichst hoher Zinsertrag. Was das für Folgen haben kann, hat uns die Finanzkrise gelehrt. Also: keine spekulativen Vermögensanlagen. Doch das reicht noch nicht aus. Sie müssen sich Gedanken machen, über das was mit Ihrem Kapital geschieht. Wichtige Kriterien für eine ethische Geldanlage betreffen z.B. die Ökologie oder Sozialverträglichkeit der Anlagen. Rat und Hilfe für  ethisch einwandfreie Geldanlagen finden Sie hier.

Inzwischen geht die Initiative für eine neue Stiftung häufig von gemeinnützigen Organisationen und auch von Kirchengemeinden aus, die Stiftungen als Fundraising-Instrument entdeckt haben. Oft versuchen sie bereits in der Errichtungsphase, private Stifterinnen und Stifter für ihre gute Sache zu gewinnen. Beachten Sie bitte hierzu den Menüpunkt Errichtung.

Doch als erstes sollten Sie klären, ob eine eigene Stiftung für Ihre Kirchengemeinde überhaupt sinnvoll ist. Die Fragen und Hinweise im Menüpunkt Vorüberlegungen sollen Ihnen dabei helfen.

Den vollständigen Einführungstext können Sie hier downloaden.
Die wichtigsten Besonderheiten von Stiftungen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Nutzen Sie auch die vielen Informationsangebote im Internet und lassen Sie sich zu rechtlichen und steuerlichen Fragen von Fachleuten, zum Beispiel aus Ihrer Landeskirche, beraten. Ihre Ansprechpartnerin bzw. Ihren Ansprechpartner finden Sie hier.

Menschen, die sich in einer Stiftung engagieren wollen, tun das in der Regel mit größeren Beträgen aus ihrem Vermögen. Sie wollen natürlich wissen, wohin sie ihr Geld geben du was damit geschieht. Welche  Zwecke verfolgt die Stiftung? Wer ist bereits engagiert? Was wird durch die Satzung bestimmt? Warum muss es überhaupt eine Stiftung sein? Es kommt darauf an, solche Fragen Interessierter zu beantworten und die Stiftung in angemessener Weise vorzustellen. Gerade weil es hier um größere Beträge geht, darf und sollte eine Stiftungsbroschüre qualitativ hochwertig, grafisch und inhaltlich aussagekräftig und ansprechend sein. Die Wertigkeit der Stiftungsbroschüre läßt Rückschlüsse zu auf die Wertigkeit, die die Kirchengemeinde oder kirchliche Eiínrichtung ihrer Stiftung beimisst.

Die Erstellung einer Stiftungsbroschüre erfordert fachliches Know-How, das in der Kirchengemeinde in der Regel nicht vorhanden ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen – auch wenn das zunächst eine Investition bedeutet. Sie wird sich auszahlen.

Sie finden hier einige Beispiele von Stiftungsbroschüren aus dem Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg  aus Nürtingen, Geislingen und Sindelfingen. Allen Stiftungsbroschüren der württembergischen Landeskirche liegt ein „Zeichnungsbrief“ bei. Darin erklären Stifterinnen und Stifter verbindlich, dass sie bereit sind einen Betrag von ... Euro in die Stiftung einzubringen, sobald diese rechtskräftig gegründet ist. Diese Erklärung kann als eine Art „Stiftungsgeschäft“ verstanden werden. Für die zu gründende Stiftung hat das den Vorteil, dass sie bereits in der Gründungsphase Klarheit über die Höhe des Stiftungsvermögens erlangt. Bei den drei Beispielen handelt es sich um Stiftungen, die auf dem Engagement vieler Stifter beruhen. Es wurden jeweils unterschiedliche Mindestbeträge für Stifterinnen und Stifter definiert, die zwischen 1.000 Euro und 2.500 € liegen. Wie hoch der Betrag für eine Mindesteinlage angesetzt wird, sollte jede Stiftung für sich definieren. Dies richtet sich nach der Einschätzung der finanziellen Möglichkeiten potenzieller Stifter.

Foto: epd-bild / Gustavo Alabiso

KOLUMNE DES MONATS

In der Kolumne des Monats berichtet Götz Gebureck über Anlassspenden.

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