Einen ungewöhnlichen Weg ging die Kirchengemeinde Wehrda und Rhina um ihre beiden Dorfkirchen zu erhalten. Sie verewigten sich mit den Menschen, die zu ihnen gehören auf einem Bild.

Die Ausgangslage: Bei einer Kirchenführung in der Dorfkirche zu Wehrda wurde Pfarrer Blum im Jahre 2007 gefragt, wie alt denn die Kirche sei. Sie war zu diesem Zeitpunkt genau 440 Jahre alt. Es blieben also 10 Jahre bis zum 450. Geburtstag und dem 500. Reformationsjubiläum. Dabei waren sowohl die Kirche in Wehrda und vor allem ihr Turm, der einsturzgefährdet ist, stark renovierungsbedürftig, wie auch die zweite Kirche in Rhina, bei der ebenfalls eine Komplettsanierung notwendig war.

Daher ergab sich ein großer Finanzbedarf für die Renovierungen beider Kirchen.

Das Vorgehen: Pfarrer Joachim Pothmann, zuständig für Spendenwesen im Landeskirchenamt, wurde angefragt und zur Beratung hinzugezogen. So bildete sich 2009 das Fundraisingteam, das aus zunächst elf Personen bestand. Dabei fanden sich viele verschiedene Begabungen zusammen und man entwickelte ein Motto: „Wir brauchen unsere Kirche – jetzt brauchen unsere Kirchen uns“. Das Ziel des Fundraisingteams ist es beide Kirche zum Reformationsjubiläum 2017 renoviert zu haben.

Die Aktion: Für die Auftaktaktion wurde beim Erntedankfest jeder Besucher im Portrait fotografiert. So kamen bei den traditionell gut besuchten Gottesdiensten schon über 300 Fotos zusammen. Ziel war es möglichst alle Kirchenmitglieder auf einem Foto festzuhalten. Dieses Ziel wurde auch bei weiteren Großveranstaltungen wie Dorffesten etc. verfolgt, so dass am Ende ungefähr ¾ aller Gemeindemitglieder als Portraitbild vorlagen.

Diese Bilder wurden dann in Mosaikform auf und in die Kirchen projiziert, so dass sich am Ende jeder auf dem Bild wieder finden konnte. Dazu wurde das im Internet kostenlos erhältliche Softwareprogramm „Edda“ benutzt, das mit folgenden Suchparametern „Fotomosiak freeware“ gefunden werden kann.

Das Fotomosaik wurde daraufhin in verschiedenen Formaten vom DINA3 Poster bis zum hochwertigen Druck auf einer Leinwand hergestellt. Alle Produkte wurden dabei mit dem Slogan versehen und zum Kauf angeboten.

Das Ergebnis: Mit den Produkten wurde am Ende ein Gewinn von 2.000€ für die Kirchenrenovierung gemacht. Fast jedes der fotografierten Gemeindemitglieder kaufte sich eines dieser Bilder. Neben dem reinen Gewinn wurde aber auch der Spendenbedarf für die Kirchen bekannt und durch die vielen Bilder, die in vielen Häuser der Gemeinde hängen, wurde ein bleibende Erinnerung daran geschaffen.

Als weiteres Nebenprodukt entstanden so auch Postkarten, die als kleines „Give-away“ zum Beispiel den Dankbriefen an Spender beigelegt werden.

Ansprechpartner: Pfarrer Steffen Blum

Email: Steffen.Blum@ekkw.de

Internet: http://www.kirche-wehrda-rhina.de/

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In der Kolumne des Monats räumt Dirk Buchmann, Fundraising-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, auf mit dem Gedanken, dass Fundraising etwas mit Betteln zu tun haben könnte.

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